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Gage auf Anfrage. |
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Es gibt nur wenige Bands oder andere musikalische Formationen, die mehr als 30 Jahre zusammenbleiben und das dann auch noch mit großem Erfolg. Mit 44 Jahren Band-Geschichte sind die Rolling Stones kaum zu toppen – oder nä, die Geburtsstunde der Fischer Chöre kann man mit wohlwollender Rechnerei in das Jahr 1946 datieren. Bei den Höhnern ist es aber inzwischen auch ein Weilchen her, seit Peter Werner, seine Freunde Walter Pelzer und Rolf Lessenich sowie Janus Fröhlich 1972 gemeinsam das Ur-Ei für die Höhner legten und die Band „Ne Höhnerhoff“ gründeten. Im Lauf der Zeit hat sich daraus die erfolgreichste und wohl bekannteste deutsche Mundartgruppe entwickelt. Wenn Höhner-Fans sagen, „die Höhner sind ein Gefühl“, charakterisieren sie damit eine Band, die in ihrer kreativen Vielseitigkeit und glaubwürdig herzlichen Verbindung zu ihren Fans Seltenheitswert besitzt. Von der „Karnevalsband“ haben sich die Höhner zu Allroundern entwickelt, die gemeinsam mit den Artisten des weltbekannten Circus Roncalli ebenso begeistern wie mit den Musikern der Jungen Sinfonie Köln oder den Fans des 1. FC Köln im RheinEnergie-Stadion. Ob in bunten Kostümen oder im Frack – die sechs Musiker machen immer eine gute Figur. Jeder Höhner-Auftritt ist ein Unikat mit immer wieder anderen Wendungen. Bei allen Erfolgen haben die Höhner nie ihre Nähe zum Publikum verloren und werden auch deshalb und wegen ihrer Bodenständigkeit von der stetig wachsenden Fan-Gemeinde geliebt. Mit ihrer Musik machte die Band sich schnell Freunde. „Scheiß ejal, ob do Hohn bess oder Hahn“ aus dem Jahr 1974 wurde einer ihrer ersten Hits und gehört immer noch zu den besonders in Köln gerne gesungenen Liedern. Zu besonderen Ehren kam das Lied aus eher unerfreulichem Grund: Nach der Karnevals-Session 1981 bekamen die Höhner eine Anzeige, in der ihnen das Überfahren einer roten Ampel vorgeworfen wurde. Vor Gericht erschienen sie geschminkt und in ihren damals üblichen Clowns-Kostümen. Die möglicherweise davon erhoffte Bespaßung des Richters blieb aber aus und die Musiker bekamen wegen der roten Ampel ein Bußgeld. Tiefen Eindruck hat dies bei ihnen aber offensichtlich nicht hinterlassen: Noch vor dem Gerichtsgebäude spielten sie „Scheiß ejal …“ Es war vermutlich der einzige Höhner-Auftritt, für den die Band Geld bezahlt, statt Gage bekommen hat.
Weniger beliebt war der Höhnerhoff beim Reinigungspersonal der Karnevalssäle – die Höhner-Kostüme waren zwar schön anzuschauen, hatten aber den� großen Nachteil, dass sie beim vollen Einsatz der Musiker gewaltig Federn ließen. Und solch ein Federchen entwickelt doch eine unerwünschte Eigendynamik, wenn man es auffegen möchte… Man trennte sich von den Kostümen. Aber nicht allein dem Reinigungspersonal zu Gefallen, sondern vor allem auch, weil es unter dem Federkleid im Scheinwerferlicht fies warm wurde. Im Gegensatz zur Dynamik der Vogelfederchen war die, welche die Band in den folgenden Jahren entwickelte, durchaus erwünscht und schlug sich nicht nur musikalisch, sondern auch in der Namensgebung und personell nieder. Ab 1975 wurden aus dem Höhnerhoff „De Höhner“. Zwei Jahre später verließ Gründungsmitglied Rolf Lessenich die Band und Peter Horn kam als neuer Frontmann. Der nächste Wechsel ergab sich 1978, als Walter Pelzer ausstieg und F.M. Willizil ihn als Gitarrist ablöste. Um einen fünften Mann wurde die Formation 1979 mit dem Bassisten Günter Steinig erweitert. 1978 war es, dass die bis heute andauernde, enge Verbindung der Höhner zum 1. FC Köln und dessen Fans ihren Anfang nahm. Zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft gratulierte die Band mit dem Titel „Unser Bock es Meister“ – einem Titel, den sie schon fertig geschrieben hatten, bevor der FC die Meisterschaft in trockene Tücher gebracht hatte. Bis heute kam eine Vielzahl weiterer Titel dazu, die entweder ausdrücklich dem FC gewidmet sind, oder sich als allgemein- kölsche Hymnen etabliert und überaus stadiontauglich erwiesen haben. Oft kommen die Höhner ins RheinEnergie-Stadion und singen dann gemeinsam mit bis zu 50.000 Menschen. Für FC-Fans ein unglaubliches Gänsehaut-Erlebnis - für Anhänger der Gastmannschaften zuweilen Respekt einflößender, als der dann folgende Auftritt der Heimmannschaft.
Mit den 80er Jahren setzte für die Höhner eine Welle von Ehrungen ein, die sich bis heute kontinuierlich fortsetzte. Gleich viermal wurden sie zwischen 1980 und 1990 von der Kölner Traditions-Karnevalsgesellschaft „Kölsche Funke rutwieß vun 1832 e.V.“ – die etwas weniger sperrig einfach als Rote Funken bekannt sind – mit dem Orden für das beste kölsche Lied geehrt („Kamellebud“, „Dat Hätz vun dr Welt“, „Echte Fründe und „Dat ahle Hus“). Und beim Närrischen Oscar, einer Auszeichnung, deren Gewinner von den Lesern der Kölner Boulevardzeitung EXPRESS gewählt werden, räumten sie in dieser Zeit viermal Silber und dreimal Bronze ab – womit sie es aber nicht bewenden ließen, sondern die Ehrung in der Folge im Abonnement und 1992 zum ersten Mal auch in Gold entgegennahmen. Vier weitere wichtige Ereignisse in der Höhner-Biographie waren in dieser Zeit außerdem der Wechsel zur Plattenfirma EMI im Jahr 1982, das Ausscheiden von Peter Horn und der darauf folgende Einstieg für Henning Krautmacher als Frontmann (1986), die Neu-Benennung der Gruppe in schlicht und ergreifend HÖHNER im Jahr 1987 sowie 1990 der Ausstieg von Günter Steinig als Bassist und seine Ablösung durch Hannes Schöner. In den 90er Jahren begannen die Höhner dann, sich mehr und mehr auch außerhalb des Karnevals einen Namen und sowohl durch ihr musikalisches wie auch soziales und politisches Engagement von sich reden zu machen. Ein Highlight war hier sicher das Arsch Huh-Konzert am 9. November 1992. In einem bis dahin einzigartigen Bündnis schlossen sich Kölner Künstler, Journalisten und Schriftsteller gegen Rassismus und Neonazis zusammen. Die Liste der Beteiligten liest sich wie das Who-is-Who der Kölner Kulturszene von BAP bis Zeltinger. Die Veranstalter hatten mit 30.000 Besuchern gerechnet – es wurden mehr als 100.000, die zum Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt kamen und eindrucksvoll zeigten, dass man Nazis in Köln nicht widerspruchslos das Feld räumen würde. Eher still, aber deshalb nicht weniger wichtig, ist das Engagement der Höhner für Obdachlose. Seit 1992 hat die Band die Patenschaft für das Kölner Lobby-Restaurant, in dem Berber für wenig Geld eine warme Mahlzeit bekommen können. Die Einnahmen des Höhner-Titels „Alles verlore“ fließen diesem Projekt zu.
1992 traten die Höhner erstmal mit einer eigenen Veranstaltungsreihe im Millowitsch-Theater auf. Der Theater-Prinzipal stellte der Band sein Haus für das Programm „Zwei Zimmer, Küche, Diele, Bad“ zu Verfügung – und bewies damit das richtige Näschen. Die Mischung aus Musik, Theater und auch ein bisschen Slapstick begeisterte das Publikum und bot den Höhnern die Möglichkeit, sich von einer weiteren, neuen Seite zu zeigen. Die „Komzerte“ im Millowitsch-Theater schmiedeten auch die Verbundenheit der Musiker zum „kölschen Willy“. Zu dessen 80. Geburtstag schrieben und widmeten sie ihm den Titel „Willy, wat wör Kölle ohne Dich“. Im September 1999 sangen sie ihn bei der Trauerfeier für Willy Millowitsch in abgewandelter, und tief bewegender Fassung ein letztes Mal in der Piazetta des Kölner Historischen Rathauses. Mit den Höhner-Classics in der Philharmonie fügte die Gruppe 1993 dem bunten Mosaik ihrer künstlerischen Vielschichtigkeit ein weiteres Steinchen hinzu. Am 30. April 1993 fand die ausverkaufte Premiere der ersten Höhner-Classics statt und bildete den Auftakt zu einer der erfolgreichsten Veranstaltungsreihen, die Jahr für Jahr genau so sicher stattfindet wie Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Karneval. Unwiderstehlich machten die Höhner ihren Weg. 1995 wirkten sie bei einem weiteren musikalischen Großereignis in Köln mit. Zum Gedenken an die Kölner Volksschauspielerin Trude Herr wurde an zwei Tagen auf dem Roncalliplatz zu Füßen des Doms die Revue „Niemals geht man so ganz“ aufgeführt. Bei der Gelegenheit sei mal kurz gesagt, dass der Roncalliplatz nichts mit dem gleichnamigen Circus zu tun hat, sondern nach Angelo Giuseppe Roncalli benannt ist, der als Papst Johannes XXIII. von 1958 bis 1963 Oberhaupt der katholischen Kirche war.
Aber zurück zur Trude Herr-Revue: Mehr als 10.000 Menschen genossen an den beiden lauen Juli-Abenden ein Programm voll kölschen Herzblutes, für das, wie auch beim Arsch Huh-Konzert, die Crème de la Crème der Kölner Kulturszene zusammengefunden hatte. Die Trude Herr-Revue war für die Höhner aber noch aus einem anderen Grund ein wichtiges Ereignis, denn hier wurde der Anfang für Ralle Rudniks späteren Einstieg gelegt. Als F.M. Willizil die Höhner Ende 1999 verließ, dauerte es nicht lange, bis man ihm die vakante Stelle anbot und er diese gerne annahm. Zuvor hatte es schon einen anderen Wechsel gegeben, als der Gitarrist und Violinist Pete Bauchwitz 1998 zu den Höhnern gefunden hatte. Das Ende der 90er-Jahre und der Start in das neue Jahrtausend waren aber nicht allein von personellen Veränderungen, sondern auch stetig wachsender Popularität der Band gezeichnet.
Ihre Beliebtheit auch außerhalb Kölns stellten die Höhner 2004 mit einem Ausflug der besonderen Art unter Beweis, und nahmen am Mainzer Rosenmontagszug teil. Der Spaß an der Arbeit, die Verbundenheit mit ihrem Publikum und die Offenheit für Neues wurden weiter belohnt. Die Karawane zieht weiter und die Höhner sind noch lange nicht am Ende der Erfolgsleiter angekommen. Henning Krautmacher hat da so seine ganz persönlichen Vorstellungen. In zehn Jahren, so malt er sich aus, „feiern die Höhner ihr 44-jähriges Bühnenjubiläum in der ‚Europa-Arena’, in der im Jahre 2015 zur neuen Hauptstadt der Europäischen Union gewählten Rheinmetropole Köln. Und bei dieser Gelegenheit präsentieren die Höhner die neue EUHymne und fahren mit dem Rosenmontagszug von Köln über Brüssel und Paris nach Barcelona.“ Europaweit denkt auch Jens, wenn er orakelt, dass die Höhner in zehn Jahren „vielleicht in ganz Europa unterwegs sein werden, um die kölsche Musik in die Welt zu tragen.“ Peter Werners Vorstellung davon, was die Höhner in zehn Jahren machen werden, sind weniger von europapolitischen Umwälzungen geprägt, aber deshalb nicht weniger visionär. Er ist davon überzeugt, dass die Höhner bis dahin, „die rheinische Lebenskunst in ganz Deutschland verständlich gemacht haben.“
Hannes und Janus backen da gedanklich kleinere Brötchen. Hannes sagt bescheiden, dass die Höhner dann, „wenn unser Publikum uns noch will, irgendwo gastieren und so gut wie möglich unseren Job machen.“ Und Janus legt sich bei der Vorausschau nur insofern fest, dass die „Höhner in zehn Jahren anders aussehen werden.“
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Höhner |
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Hey Kölle - Du bes e Jeföhl |

