Info Jürgen:
Das Jahr 2000 wird in die Geschichte eingehen als ein Jahr, in dem die Normalität erst zum Medienereignis und schließlich zur Popkultur wurde.
Richtig, seit Big Brother ticken die Uhren ein wenig anders.
Zu mindestens hier in Deutschland. Jürgen, Zlatko und Alex haben Karriere gemacht. Die Spaßgesellschaft wählte ihre Helden selbst.
Und Jürgen ist ein Held, weil er ein ganz normaler Junge von nebenan ist. Ein aktiver Typ. Einer, dessen Motto ist: "Man muss alles mal ausprobiert haben."
Darum bewarb er sich auch bei "Big Brother". Ganz Ernst war es ihm anfangs nicht ("Ich hab' in den Bogen nur Scheiß reingeschrieben.") Aber als es darauf ankam, ließ er sich nicht hängen, sondern hängte sich richtig rein.
Entweder ganz oder gar nicht. 100 Tage im Container, das war für Jürgen kein Psycho-Stress, sondern so etwas wie Urlaub.
Doch als er den Container verlassen musste, war erst einmal Schluss mit lustig.
Die plötzliche Popularität war ein kleiner Schock. Von wildfremden Menschen angesprochen zu werden, das war dann doch nicht sein Ding.
Die Talkshows, zu denen er eingeladen wurde, waren hingegen das reine Vergnügen. Besonders von Harald Schmidt war Jürgen total begeistert.
Und dann war da ja auch noch die Single "Großer Bruder". Als Jürgen seinen Part aufnahm, saß er noch im Container und hatte nicht den blassesten Schimmer, wofür er dieses Lied sang. Ein paar Wochen später führte es als Duett mit Zlatko die deutschen Charts an. So gelang Jürgen quasi ein Top-Hit wider besseren Wissens - der Maschendrahtzaun-Effekt, wenn man so will.
Die anschließenden gemeinsamen Auftritte mit Zlatko machten Jürgen so viel Spaß, dass er seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Schritt ins Showbusiness aufgab und sich entschloss, doch selbst eine Platte aufzunehmen.
Für die Musik, Partyschlager im weitesten Sinne, musste Jürgen auch keinen Spagat machen.
Er ist mit Schlagern aufgewachsen. Seine Eltern kauften regelmäßig die "3x9" Platten, eine Zusammenstellung vornehmlich deutscher Hits mit garantiertem Obolus für einen wohltätigen Zweck.
Heute hört Jürgen "alle Arten von Musik außer Techno - der verführt die Jugendlichen zu Drogen und Alkohol". Damit will der 37-jährige nichts zu tun haben.
Er bevorzugt die Erlebnisgastronomie und zieht mit seinen Freunden durch die Kneipen. Seine Familie, seine Freunde und sein Job bei Ford, das waren bis dato die festen Koordinaten seines Lebens. Ein ebenso ausgeglichener wie glücklicher Mensch, der sich mit Kraftsport, Squash und Fußball fit hält, der mit seiner zehnjährigen Tochter Badminton spielt oder mit ihr die Kletterwand raufkraxelt. Und fast jedes Jahr geht's ins Zillertal zum Skifahren.
Jürgen ist ein Mensch, der der Welt mit einem gewinnenden Lächeln begegnet.
Eine rheinische Frohnatur, die akzeptiert das "jeder Jeck anders ist" und nicht alles auf die Goldwaage legt.
Ein Mensch mit dem Herz am rechten Fleck. So nutzt er seine Beliebtheit und besucht auf deren Wunsch krebskranke Kinder, um ihnen Mut zu machen. An die große Glocke hängt er so etwas nicht.
Seine erste Single "Ich bin da" findet er gut, weil "sich jeder davon angesprochen fühlen kann".
Wenn er es singt, denkt er an seine Tochter und seine Freundin. Jürgen hat es sich nicht nehmen lassen, auch mit seiner Tochter ein Lied aufzunehmen. Seitdem die Kleine mit ihrem Vater im Studio war, steht auch ihr aktueller Berufswunsch fest: Sängerin. Das kann sich schnell ändern, etwa wenn sich die schauspielerischen Ambitionen ihres Vaters verwirklichen sollten. So oder so sieht die Zukunft für Jürgen rosig aus.